Premierenfilm

Lamb

IS/SE/PL 2021, 106 Min., DCP, O/d-f, ab 16 Jahren
Regie: Valdimar Jóhannsson
Darst.: Noomi Rapace, Björn Hlynur Haraldsson, Hilmir Snaer Guðnason, Ingvar Sigurdsson, Ester Bibi u.a.

Eine abgelegene Farm in Island. Hier führt das kinderlose Ehepaar Maria und Ingvar seine Schafzucht. Es ist ein anstrengender Alltag, den sie ohne viele Worte einträchtig miteinander bewältigen. Die kargen Berghänge, die abgeschiedene Einöde, der liebevolle Umgang mit den Tieren, eingefangen in ruhigen Bildern, deren Farben von Nebelschwaden, Schnee oder dichten Wolken verwaschen sind – das erinnert ein wenig an den isländischen «Rams» von Grímur Hákonarson, der 2016 sehr erfolgreich im Kinok lief. «Lamb» ist allerdings eine gänzlich andere Filmerzählung. Das Regiedebüt von Valdimar Jóhannsson schlägt bereits in den ersten zehn Minuten einen geheimnisvollen, unheimlichen Ton an: Wenn in der Weihnachtsnacht im Schneegestöber eine Herde von Pferden aufgeschreckt wird und im Stall unter den Schafen eine seltsame Stimmung aufkommt, ist bereits angedeutet, dass sich Aussergewöhnliches ereignen wird. Im Stall kommt dann eines Tages ein Lämmlein auf die Welt, das Maria und Ingvar in stumme Verwunderung versetzt und sogleich in unausgesprochener Einigkeit dazu führt, das Neugeborene mit ins Haus zu nehmen. Obwohl Regisseur Jóhannsson das Publikum lange auf die Folter spannt, bis er einen Blick auf das stets in Decken gewickelte Lamm erlaubt, wird das Staunen ähnlich gross sein wie bei Ingvars Bruder, der überraschend auf dem Hof auftaucht. «Lamb» lässt sich zwar als eine Art von übernatürlichem Thriller bezeichnen, diese Einordnung wird dem so originellen wie spannenden Film, dessen Handlung archaisch und mystisch wie ein uraltes Volksmärchen erscheint, aber nicht ganz gerecht. Dass der ungarische Regisseur Béla Tarr, bekannt für surrealistische Kinokunst, als Produzent fungiert, passt zu diesem fabelhaften isländischen Drama, das mit seinen ruhigen, enigmatischen Bildern einen Sog entwickelt, von dem man bei aller Rätselhaftigkeit mitgerissen wird. Die ebenfalls als Produzentin fungierende, schwedische Schauspielerin Noomi Rapace, bekannt geworden als Lisbeth Salander in den Verfilmungen der Stieg-Larsson-Krimis, verkörpert als liebende Maria das emotionale Zentrum des Films.

 

Reservieren:

Mo 01.11.20h30
Fr 05.11.21h30
Mo 08.11.18h20
Sa 13.11.17h40
Do 18.11.13h45
Sa 27.11.21h30
Sa 04.12.16h50
Fr 10.12.21h30
So 19.12.19h30
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