Premierenfilm

Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm

DE 2018, 130 min, DCP, D
Regie: Joachim Lang
Darst.: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Robert Stadlober, Joachim Król, Claudia Michelsen, Britta Hammelstein, Godehard Giese, Hanno Friedrich u.a.

Bertolt Brechts «Dreigroschenoper» mit der Musik von Kurt Weill war einer der grössten Theatererfolge der Weimarer Republik und gehört seither zum deutschen Bildungskanon; noch immer wird das Stück erfolgreich rund um den Globus aufgeführt. Das konnte keiner der Beteiligten vorausahnen, zumal kurz vor der Berliner Uraufführung im August 1928 auf der Bühne des Theaters am Schiffbauerdamm Chaos und Verzweiflung herrschten und man kurz davor stand, die Aufführung abzublasen. Damit jedenfalls steigt Regisseur und Drehbuchautor Joachim Lang in seinen Spielfilm ein. Doch dann stösst das Stück auf enorme Begeisterung und rasch können die Filmrechte verkauft werden; Brecht soll die Grundlage für das Drehbuch liefern, das von Georg Wilhelm Pabst verfilmt werden soll. «Mackie Messer» verwebt in der Folge zwei Handlungsstränge miteinander: Einerseits erzählt Joachim Lang, wie Brecht sich mit den Filmproduzenten über das Drehbuch streitet, das er viel politischer und sozialkritischer als die Bühnenversion schreiben will, beeinflusst von der damals herrschenden Wirtschaftskrise und dem aufkommenden Faschismus. Thema ist auch der Prozess, den Brecht und Weill anstrengen, um ihre künstlerische Freiheit zu verteidigen und den Brecht als «soziologisches Experiment» bezeichnet. Der zweite Strang inszeniert Szenen aus dem «Dreigroschenfilm» nach Brechts Vorstellungen, wie er eben nicht gedreht wurde, es wird gesungen, getanzt und eine bitterböse Show geboten. Die beiden Ebenen sind dabei nicht nur miteinander verwoben, sondern fliessen oft ineinander, wenn beispielsweise Brecht selbst in der Filmszenerie auftaucht. «Mackie Messer» ist formal virtuos, aufwendig in Szene gesetzt und prominent besetzt. Die herausforderndste Rolle hat Lars Eidinger, der einen lustvoll provozierenden Brecht verkörpert, mit runder Brille, schwarzer Lederjacke und Zigarre, und in süffigen Sätzen und Pointen spricht – alles verbürgte Brecht-Zitate. Regisseur Joachim Lang ist ein ausgewiesener Brecht-Kenner; er promovierte über die Verfilmung von Brechts epischem Theater und leitete das Brecht-Festival in Augsburg. Er sagt: «Brecht wird oft als Dogmatiker, als Ideologe beschrieben, dabei war er damals so jung und anarchisch. Und er wollte ein Star werden.»

 

Weitere Vorstellungen folgen im Januar.

 

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Do 13.12.20h30
Sa 15.12.18h45
Di 18.12.14h00
Di 25.12.19h45
Mo 31.12.11h00
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