Im Labyrinth der Seele: Ingmar Bergman II

Fanny und Alexander

SE/FR/BRD 1982, 188 min, Digital HD, O/d
Regie: Ingmar Bergman
Darst.: Pernilla Allwin, Bertil Guve, Gunn Wållgren, Ewa Fröling, Allan Edwall, Jarl Kulle, Jan Malmsjö, Erland Josephson, Kristina Adolphson, Börje Ahlstedt, Kristian Almgren u.a.

Eingerahmt von zwei Festen, der alljährlichen Weihnachtsfeier der Theaterleute und der Feier zur Geburt zweier Kinder, wird die ereignisreiche Saga der Familie Ekdahl in Uppsala erzählt. Familienoberhaupt ist die verwitwete Grossmutter Helena Ekdahl, die die Leitung des von ihr gegründeten Theaters an ihren Sohn Oscar weitergegeben hat. Der zwölfjährige Alexander und seine jüngere Schwester Fanny sind die Kinder von Oscar und seiner Frau Emilie. Umgeben von Tanten und Onkeln, Zofen und Köchinnen verbringen sie eine glückliche Kindheit – bis ihr Vater stirbt und ihre Mutter einen protestantischen Bischof heiratet. Von einer sinnenfrohen Welt voller Fantasie, Magie und heiterem Chaos geraten die Kinder in eine gefühlskalte, lebensfeindliche und bigotte Sphäre geistiger Unterdrückung. Bei Ismael, dem Sohn des weisen Isak, eines jüdischen Freundes der Familie Ekdahl, findet Alexander Zuflucht und Verständnis. Durch Ismael lernt er auch, welch ungeahnte magische Kraft in den Gefühlen steckt. Knuth Hickethier schreibt in Reclam Filmklassiker: «Der autobiografische Kern dieser Geschichte, in dessen Hauptfigur Alexander sich Bergman selbst darstellt, ist offenkundig; Bergmans Auseinandersetzung mit seinem protestantischen Vater hat hier eine zauberhafte Transformation und sein Konflikt mit ihm eine märchenhafte Lösung gefunden. (…) Der atmosphärische Reichtum, mit der Bergman die Welt der Ekdahls inszeniert, ist von überwältigender Fülle.» Bergman, der den mit vier Oscars ausgezeichneten Film als «die Summe meines Lebens als Regisseur» bezeichnete, legte damit die Deutung nahe, den Film als sein Vermächtnis zu verstehen. Doch vor allem ist er auch eine Liebeserklärung an das Leben. Bergman wurde einst von einem Freund gefragt, warum er so ernste, mutlose und dunkle Filme drehe, wenn er das Leben doch so schön und wunderbar finde. Warum er keine Filme mache, in denen man sieht, dass er das Leben liebe? – «Das habe ich nun getan. ‹Fanny und Alexander› hat seine dunklen Stellen. Es ist ja nun mal so: Wenn man nichts Dunkles hat, kann man auch das Helle nicht sehen.» Ingmar Bergman zitiert in: Das Ingmar Bergman Archiv.

 

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Do 01.11.10h30
So 25.11.14h00
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