Premierenfilm

Assessment

Regie: Mischa Hedinger CH 2013, 49 min, Dialekt-D

Herr Strässle ist vor sieben Jahren mit dem Motorrad schwer verunfallt, hat seither von der IV gelebt und soll nun wieder arbeitsfähig sein. Ebenso Frau Speck, die an einem Hirntumor erkrankte, und Herr Nimani, der seit seinen furchtbaren Erlebnissen in den Balkankriegen an Depressionen leidet. Diese und noch drei weitere «Klienten» der Sozialdienste des Kantons Zug sind die Protagonisten im Dokumentarfilm des jungen Berners Mischa Hedinger. Um genau zu sein, sind sie die eine Hälfte der Protagonisten – die andere Hälfte sind die sechs Vertretern von IV, RAV und Sozialamt, die in einem sogenannten «Assessment» die «Klienten» beurteilen, einen Integrationsplan aufstellen zwecks möglichst schneller Reintegration in den Arbeitsmarkt – und sei dies auch noch so unrealistisch und weltfremd. Mit unglaublicher Formstrenge begleitet die Kamera von Mischa Hedinger diese Assessments und offenbart ohne jede Polemik und mit grösster Nüchternheit die Absurdität eines wohlmeinenden Professionalismus sozialer Institutionen, die letztendlich vor allem jenen Arbeit und Auskommen sichern, die darin beschäftigt sind. «Assessment» hatte seine Weltpremiere im vergangenen November bei der renommierten «Duisburger Filmwoche», dem Festival des deutschsprachigen Dokumentarfilms, und gewann dort den «Carte-Blanche-Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen» als bester Nachwuchsfilm. «Ein Film, der Beobachter bei ihrer Arbeit beobachtet (…). Selbstentfaltungsfloskeln laufen ins Leere, Machtdynamiken werden von der Kamera entziffert, Misstrauen ist die Konstante. (…) ‹Assessment› prüft auch unseren eigenen Willen zum Ressentiment. Und Mischa Hedinger empfiehlt sich nicht bloss als findiger Beobachter und hinterlistig-präziser Erzähler. Er denkt und untersucht die Zumutungen neoliberal durchformter Realität von der Wahrnehmungs- und Machtmaschine Film her». Jurybegründung Duisburger Filmwoche

 

Premiere in Anwesenheit von Regisseur Mischa Hedinger und Peter Schallberger, Soziologe FHS St.Gallen mit Forschungsschwerpunkt Arbeitsintegration. Das Gespräch moderiert Patricia Holder, Kulturwissenschaftlerin und Mitarbeiterin am Seminar für Soziologie der Universität St.Gallen.

 

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Di 14.01.20h30
Mo 20.01.19h00
Do 30.01.18h45
Mo 03.02.17h30
Mo 10.02.17h30
Di 11.02.17h30
Mo 17.02.17h30
Di 04.03.17h30
Trailer