Aller Tage Abend

CH/IT 2022, 80 Min., DCP, D, ab 16 Jahren
Regie: Felix Tissi
Darst.: Uli Krohm, Vilmar Bieri, Sandro Di Stefano, Marcus Schäfer, Julia Brendler, Bodo Krumwiede, Gottfried Breitfuss, Gaby Gasser, Hiltrud Hauschke, Ingrid Resch u.a.

Zwei alte Männer erleiden auf einer Landstrasse einen Unfall, der zwar ihre Autos schwer in Mitleidenschaft zieht, sie selbst aber weitgehend unverletzt lässt. Statt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, beginnen die beiden ein Gespräch über Gott und die Welt, freunden sich miteinander an und gehen gemeinsam zu einem Arzt. Dieser, ein ebenfalls betagter Herr, erweist sich als ein ebenso seltsamer Zeitgenosse wie die beiden Senioren. Vor lauter Mitgefühl mit seinen Patient:innen bricht er regelmässig in Tränen aus. In acht Episoden, in denen neben diesen drei Männern ein uraltes Ehepaar, ein kürzlich entlassener Strafgefangener und eine bezaubernde Blumenverkäuferin auftauchen, durchläuft «Aller Tage Abend» einen vergnüglich-absurden Parcours, der sich um das Alter und den Tod dreht. Letzterer tritt auch leibhaftig in Erscheinung und wird vom St.Galler Schauspieler Marcus Schäfer verkörpert. Nach dem essayistischen Experimentalfilm «Gottlos Abendland» (2019) und dem Roadmovie «Welcome to Iceland» (2016) bewegt sich der 1955 geborene Felix Tissi in seinem neuen Spielfilm ganz in jenen Gefilden, die er am besten beherrscht: die des skurrilen, leicht schwarzen Humors, der bisweilen an Filme des Schweden Roy Andersson erinnert. «Ich nehme den Begriff Spielfilm ernst, denn ich spiele gerne», sagte Tissi einst in einem Interview. Dieser Satz lässt sich eins zu eins auch auf «Aller Tage Abend» anwenden, denn so verrückt-verspielt wie diese schräge Komödie über das unausweichliche Ende eines jeden Menschen war schon lange kein Schweizer Spielfilm mehr. Yannik Bracher schreibt auf outnow.ch: «Der Humor in ‹Aller Tage Abend› ist recht eigenartig und muss einem zusagen. Sollte dies der Fall sein, kann man grossen Spass an dem Film haben, der mit lauter absurden Szenen, wie etwa jener, in der eingegipste und einbandagierte Menschen vor dem Spital rauchen, diese Absurdität bisweilen auf die Spitze treibt.»

 

Die Premiere am 14. April findet in Anwesenheit des Regisseurs Felix Tissi und des Schauspielers Marcus Schäfer statt. Das Gespräch führt der Journalist Marcel Elsener.