The Danish Girl

UK/US/DE/DK/BE/JP 2015, 119 min, E/d, ab 12 Jahren
Regie: Tom Hooper
Darst.: Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Adrian Schiller, Amber Heard, Ben Whishaw, Sebastian Koch, Matthias Schoenaerts, Pip Torrens, Richard Dixon u.a.

Der dänische Landschaftsmaler Einar Wegener führt mit seiner Frau Gerda, die ebenfalls Malerin ist, im Kopenhagen der wilden 1920er-Jahre eine von damaligen Konventionen weitgehend freie Ehe. Als für Gerda ein weibliches Modell wegen Krankheit kurzfristig ausfällt, springt Einar spontan ein und verkleidet sich als Frau. Bei dieser Gelegenheit findet er nicht nur Gefallen an den feinen Stoffen, sondern auch an seiner Rolle als Frau. Als eine Freundin des Paares die beiden beim Erstellen des Porträts zufällig entdeckt, verpasst sie Einar spasseshalber den Namen Lili. Weil das Porträt grossen Erfolg hat, malt Gerda in der Folge ihren Mann noch weitere Male in Frauenkleidern. Für Einar ist indes aus dem Spiel längst ernst geworden; er fühlt sich zunehmend als Frau und beginnt, heimlich in weiblicher Aufmachung auszugehen. Als dies auffliegt, wird er in die psychiatrische Klinik eingewiesen, von Ärzten für schizophren erklärt und mit Bestrahlung behandelt, um ihm das «kranke» Empfinden auszutreiben. Doch Einar, der inzwischen den Namen Lili Elbe angenommen hat, entschliesst sich, seinen Weg weiterzugehen. In Deutschland unterzieht er sich 1930 und 1931 mehreren – bisher nahezu unerprobten – operativen Eingriffen zur Geschlechtsangleichung. Basierend auf dem im Jahr 2000 erschienenen gleichnamigen Roman des US-amerikanischen Autors David Ebershoff über Lili Elbe, die heute eine Ikone der Transgender-Community ist, hat der britische Regisseur Tom Hooper («The King’s Speech») mit einem grossartigen Eddie Redmayne als Einar bzw. Lili in der Hauptrolle und Alicia Vikander als Gerda ein bewegendes Drama geschaffen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Andersartigkeit und Akzeptanz sowie die damals noch mehr als heute unerhörte Tatsache, dass Sexualität und Geschlecht nicht das Gleiche sind. Susanne Ostwald schreibt in der NZZ: «Tom Hooper ist es perfekt geglückt, ein Zeit- und Sittenbild zu zeichnen, ohne den Konventionen des Kostümfilms zu verfallen, obschon es eine Wucht ist, was Kostümbildner Paco Delgado für den Film geschneidert hat und wie er dabei die Sinnlichkeit schöner Stoffe feiert. Sehr schön ist auch die sensible Lichtführung in der Kamera von Danny Cohen, die das von warmen Farben getragene Gesamtbild dieses Films prägt, der im Wesentlichen von nichts anderem spricht als von der universellen Sprache der Liebe.»