The Cotton Club

US 1984, 123 min, 35 mm, E/d-f, ab 16 Jahren
Regie: Francis Ford Coppola
Darst.: Richard Gere, Gregory Hines, Diane Lane, Lonette McKee, Bob Hoskins, James Remar, Allen Garfield, Fred Gwynne, Nicolas Cage, Tom Waits u.a.

Das legendäre Jazzlokal Cotton Club im New Yorker Stadtteil Harlem in den 1920er-Jahren ist der zentrale Schauplatz dieses Films, der zwei uramerikanische Genres miteinander verbindet: das Musical und den Gangsterfilm. Im noblen, exklusiven Club, der allein der weissen Schickeria zugänglich ist, stehen fast ausschliesslich schwarze Sängerinnen und Musiker auf der Bühne. Der irischstämmige Trompeter Dixie Dwyer bekommt hier kein Engagement. Doch weil er Mafiaboss Dutch Schultz das Leben rettet, stellt ihn dieser als Bodyguard für seine Geliebte Vera an. Dem smarten Dwyer kommt das Geld gelegen; mehr noch interessiert er sich aber für Vera. Aus Furcht vor dem hartgesottenen Schultz hält er seine Gefühle jedoch zunächst zurück. Regisseur Francis Ford Coppola spielt in «The Cotton Club» nicht nur mit zwei Genres, er inszeniert einen vor Spiegelungen und Parallelen geradezu sprühenden Film. Dem weissen Trompeter Dwyer steht beispielsweise die Geschichte des schwarzen Stepptänzers Delbert «Sandman» Williams gegenüber; beide sind in eine Liebesromanze mit Hindernissen verwickelt. Mit schwelgerischen Dekors und mitreissender Jazzmusik fängt Coppola die Atmosphäre dieser Epoche stilsicher ein und verwebt in einer kunstvollen Montage Rassendiskriminierung, Gangster-, Liebes- und Kulturgeschichte miteinander. Doch wie es damals bei dem obsessiven Regisseur die Regel war, überschritten die Dreharbeiten den Zeitplan und die Kosten erheblich. «The Cotton Club» war bei seinem Erscheinen kein Publikumserfolg beschieden, doch wie ein guter Wein ist er bestens gealtert. Der Film trumpft mit prominenter Besetzung auf und begeistert mit seinen stilvollen Jazznummern, unter anderem dem lyrischen Bluessong «Ill Wind», wunderbar interpretiert von Lonette McKee, die eine der Hauptrollen verkörpert. Richard Gere spielt als Dixie Dwyer die Trompete selbst, Tom Waits hat einen kurzen Gastauftritt als Conférencier. Der viel zu früh verstorbene Gregory Hines markiert den Höhepunkt in einer furiosen Parallelmontage, in der Coppola in «Godfather»-Manier dessen stupende Tanznummer mit einem Attentat verwebt.