Le Mépris

FR/IT 1963, 103 min, Digital HD, F/d, ab 12 Jahren
Regie: Jean-Luc Godard
Darst.: Michel Piccoli, Brigitte Bardot, Jack Palance, Giorgia Moll, Fritz Lang, Jean-Luc Godard, Raoul Coutard, Linda Veras u.a.

Paul liebt alles an seiner Frau Camille: ihre Knie, ihre Arme, ihren Busen natürlich, ihr Gesicht. Alles ist perfekt in den ersten Szenen dieser Ehe. Doch schon bald soll sich ein Schatten darüber legen. Denn der junge Autor Paul Javal übernimmt einen lukrativen Auftrag. Als Skript-Doktor soll er Fritz Langs stockendes «Odyssee»-Projekt überarbeiten, das zu einem verkopften Kunstprodukt zu werden droht. Produzent Prokosch aber wünscht sich einen publikumswirksamen Reisser – und hat zudem ein Auge auf Pauls junge Frau Camille geworfen. Diese ist davon wenig begeistert. Ihre anfängliche Enttäuschung über die Käuflichkeit ihres Ehemanns steigert sich zunehmend in Verachtung, als dieser den unverhohlenen Avancen des schmierigen Produzenten nicht vehement genug entgegentritt. Zwischen dem Paar entsteht der destruktive Verdacht, Paul würde es billigend in Kauf nehmen, wenn Camille mit Prokosch eine Affäre einginge. Zu spät entschliesst sich Paul, das Drehbuch doch nicht umzuschreiben. Vor der atemberaubenden Kulisse der Villa Malaparte auf Capri stirbt in qualvoller Schönheit eine Liebe … Einen «einfachen Film über komplizierte Sachen» nannte Jean-Luc Godard seine erste Big-Budget-Produktion, bei der ihm ironischerweise seine eigenen Geldgeber im Nacken sassen, und nutzte Alberto Moravias Romanvorlage für eine raffinierte, vielschichtige Satire auf das System Hollywood und die Käuflichkeit des Geistes durch die Industrie. Michel Piccoli als Autor, der sein Talent auf den Markt der Lügen trägt, Brigitte Bardot als seine Geliebte, die sich von ihm verraten und verkauft fühlt, Jack Palance als massloser Filmtycoon und Fritz Lang als Fritz Lang, den Godard das Gewissen des Kinos nannte – komponiert in berückender Farbdramaturgie erweist sich «Le Mépris» als unermüdliche Reflexion über das Filmemachen und die Welt des Films, über den Kampf zwischen Kunst und Kommerz und den Unterschied zwischen europäischer und amerikanischer Kinokultur.