Premierenfilm

Retour à Séoul

FR/DE/BE/KR/RO/KH/QA 2022, 115 Min., DCP, O/d, ab 12 Jahren
Regie: Davy Chou
Darst.: Park Ji-Min, Oh Kwang-rok, Guka Han, Kim Sun-young, Yoann Zimmer, Louis-Do de Lencquesaing, Hur Ouk-Sook, Son Seung-Beom, Kim Dong-Seok u.a.

Ohne recht zu wissen, was sie hier eigentlich will, findet sich die eigensinnige Freddie eines Tages unversehens mitten in Seoul wieder. Aus einer Laune heraus hat sie am Flughafen spontan ihre Reisepläne geändert und ist statt nach Japan nach Südkorea geflogen – das Land, in dem sie vor 25 Jahren geboren und als Kleinkind zur Adoption freigegeben wurde. Aufgewachsen bei einem liebevollen Paar in Frankreich, spricht sie kein Wort Koreanisch und hat auch sonst wenig Ahnung von der Kultur und den Umgangsformen ihrer Landsleute. Beinahe trotzig folgt sie dem Impuls, nach ihren leiblichen Eltern zu suchen. Während die Mutter auf die Kontaktanfrage der hilfsbereiten Adoptionsagentur nicht reagiert, meldet sich ihr Vater umgehend und lädt Freddie in sein Zuhause mit seiner neuen Familie ein. Obwohl die Begegnung mit dem von Schuldgefühlen geplagten Vater, der auf eine neue Chance mit seiner verlorenen Tochter hofft, für Freddie zur abschreckenden Erfahrung gerät und die tiefen Gräben zwischen ihnen und ihren Kulturen offenbart, wird sie in den nächsten acht Jahren immer wieder nach Seoul zurückkehren – auf der Suche nach ihrer Mutter, ihren Wurzeln und ihrer eigenen Identität … Regisseur Davy Chou weiss genau, wovon er in «Retour à Séoul» erzählt. Als Kind kambodschanischer Eltern, die nach Frankreich emigriert sind und ihre Heimat komplett hinter sich gelassen haben, hat er selbst erst als Erwachsener sein Ursprungsland besucht und kennengelernt. Eindrücklich zeichnet er in seinem vielfach ausgezeichneten Spielfilm das Porträt einer Heimatlosen und schickt seine gespaltene Protagonistin auf eine kathartische Selbstfindungsreise. Janick Nolting schreibt auf filmstarts.de: «Davy Chous Adoptivdrama ist dabei zuvorderst eines der Sprachlosigkeit. Das umfasst auch die Herausforderungen, die er seiner grandiosen Hauptdarstellerin Park Ji-Min auferlegt. Sie hat diesen Film nicht selten mit einem rein körperlichen, nonverbalen Schauspiel zu tragen, die Leinwand allein mit Gesichtsausdrücken zu füllen. Man mag kaum glauben, dass es sich um ihre erste Filmrolle überhaupt handeln soll. Die Fassade, die sie sich schafft, erzählt mit grossem Eigensinn von einem Ringen um Ermächtigung über die eigene Biografie, getrieben von der Suche nach verlorenen Puzzleteilen.»

 

Reservieren:

Sa 04.02.17h00
Mo 06.02.16h20
Do 16.02.14h15
Trailer