Premierenfilm

Prinzessin

CH/UA 2021, 101 Min., DCP, D, ab 8 Jahren
Regie: Peter Luisi
Darst.: Matthias Habich, Fabian Krüger, Johanna Bantzer, Lia Hahne, Anne Haug, Martin Huber, Lorenz Nufer, Andreas Daniel Müller, Vadim Kononov u.a.

Zürich 1985. Josef, ein Mann in den Vierzigern, vegetiert als hoffnungsloser Alkoholiker vor sich hin. Er wohnt in einem grossen Haus mit Garten, das er von seinen Eltern geerbt hat. Eines Tages taucht seine Schwester auf, mit der er seit Jahren keinen Kontakt hatte. Da sie dringend Geld braucht, versucht sie den Bruder zu überzeugen, das Haus zu verkaufen. Als Josef sich weigert auszuziehen, zieht Karin mit ihrer vierjährigen Tochter ins Erdgeschoss ein. Die kleine Nina fasst schnell Zutrauen zu ihrem seltsamen Onkel, der sich ihr gegenüber überraschend verantwortungsvoll verhält. Doch Josef kann das Trinken nicht lassen – und so kommt, was kommen muss: Durch einen unglücklichen Zwischenfall verletzt sich Nina und Josef darf sie nicht mehr sehen. Jahrzehnte später und mittlerweile trocken erfährt er bestürzt, dass Nina in die Drogensucht abgerutscht ist und in einem Gefängnis in der Ukraine sitzt. Ohne zu zögern macht er sich auf den Weg … Nach der leichtfüssigen Komödie «Flitzer» zeigt sich Peter Luisi in seinem sechsten Spielfilm, einem warmherzigen und atmosphärisch dichten Drama, in dem sich zwei Menschen gegenseitig Halt und neuen Lebensmut geben, als psychologisch einfühlsamer Regisseur. Im dramatischen Fach bewegt er sich ebenso elegant und stilsicher wie in seinen früheren, «schrägen» Filmen, mit denen er sich den Ruf als einer der originellsten Schweizer Cineasten erwarb. Der am letzten Zurich Film Festival mit Spannung erwartete Film, für den der Ostschweizer Ramòn Giger die Kamera führte, fand grossen Anklang. Dies nicht nur wegen der bewegenden Geschichte, sondern auch wegen der schauspielerischen Parforceleistungen, unter denen die fünfjährige Lia Hahne, Fabian Krüger und Johanna Bantzer herausragen. Der Regisseur wollte einen anderen Blick auf das Alter werfen als die vielen Demenz- und Sterbefilme, die in letzter Zeit ins Kino kamen: «Ich habe nichts gegen die Aussagen dieser Filme, doch ich hatte grosse Lust, das Gegenteil zu erzählen: von einem alten Menschen, von dem niemand mehr etwas erwartet, weder seine Mitmenschen noch er selbst, der eben doch noch etwas Entscheidendes zum Leben beitragen kann. Wichtig war mir, dass diese Figur keine besonderen Fähigkeiten besitzt, sondern mit nichts als ihrem Willen und ihrer Empathie helfen kann.»

 

Reservieren:

Do 27.01.18h20
Sa 29.01.19h10
Weitere Vorstellungen im Februar.
Trailer