Openair in der Lokremise: Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs

American Beauty

US 1999, 121 min, DCP, E/d, ab 16 Jahren
Regie: Sam Mendes
Darst.: Kevin Spacey, Annette Bening, Thora Birch, Wes Bentley, Mena Suvari, Chris Cooper, Peter Gallagher, Allison Janney, Scott Bakula, Sam Robards u.a.

«Ich bin 42 Jahre alt. In weniger als einem Jahr werde ich tot sein. Natürlich weiss ich das jetzt noch nicht. Aber irgendwie bin ich jetzt schon tot». «American Beauty» beginnt mit der Lebensgeschichte von Lester Burnham, die er uns aus dem Jenseits erzählt. Lester befindet sich am Tiefpunkt seines Lebens. Er ist unzufrieden mit sich, seinem Spiesserleben, der biederen amerikanischen Vorort-Idylle und seinem Job, der ihn anödet. Er hat sich damit abgefunden, dass seine pubertierende Tochter ihn ablehnt und seine Frau sich von der unbefriedigenden Beziehung abwendet, um in einer Karriere als Immobilienmaklerin ihre Erfüllung zu suchen. Das einzige, was Lester Burnhams Tristesse durchbricht, sind seine Tagträume von Angela. Die geheime Leidenschaft für die Schulfreundin seiner Tochter beflügelt seine Fantasie und weckt unerwartet rebellische Lebensgeister in ihm. «Es geht um das Verlangen nach Jugend, Respekt, Macht und, natürlich, Schönheit. Wenn ein Mann aufhört zu träumen, erstarrt er innerlich», schrieb der US-Filmkritiker Roger Ebert über die Gesellschaftssatire, die ein weltweiter Überraschungserfolg wurde. Es ist ein böser und zugleich geistreicher Blick, den US-Drehbuchautor Alan Ball und der britische Regisseur Sam Mendes auf den amerikanischen Mittelklasse-Mann werfen. Für Mendes, der sich an verschiedenen Londoner Theatern einen Namen gemacht hatte, war dies die erste Filmregie. Er konnte sich bei der anspielungsreichen Bildgestaltung auf den damals 72-jährigen Conrad L. Hall verlassen, einen der grossen Kamerakünstler Hollywoods. Seine Bilder wurden denn auch mit einem Oscar gekrönt. «American Beauty» erhielt die Auszeichnung für die beste Kamera; weitere Academy Awards gab es für Regisseur Sam Mendes, für Drehbuchautor Alan Ball, für Hauptdarsteller Kevin Spacey sowie die Auszeichnung als bester Film. Rüdiger Suchsland schreibt auf artechock.de: «‹American Beauty› breitet eine existenzialistische Poesie des Scheiterns aus. Sam Mendes’ allererster, bewundernswert perfekter und einfallsreicher Film hat einen scharfen Blick. Er zeigt uns viel Schönheit, Romantik, Komik und Tragik und mindestens eine der berührendsten Liebesszenen der letzten Jahre.»

 

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