After the Wedding

US 2019, 112 min, DCP, E/d-f, ab 12 Jahren
Regie: Bart Freundlich
Darst.: Michelle Williams, Julianne Moore, Billy Crudup, Will Chase, Abby Quinn, Azhy Robertson, Doris McCarthy, Eisa Davis, Susan Blackwell, Alex Esola, Jeff Kim u.a.

Als Leiterin eines Heims für Strassenkinder in Kalkutta setzt die Amerikanerin Isabel ihre ganze Energie für die Ärmsten der Armen ein. Dabei ist sie auf Spendengelder aus Europa und Amerika angewiesen, die immer spärlicher fliessen. So kommt es ihr gelegen, als sie eines Tages ein Schreiben der reichen New Yorker Unternehmerin Theresa erhält. Diese bietet ihr an, mit einer 20-Millionen-Spende den Betrieb des Heims langfristig zu sichern. Allerdings möchte sie Isabel persönlich kennenlernen und lädt sie nach New York ein. Widerwillig tritt Isabel die Reise an, denn ihr ist die Welt der Reichen zuwider; zudem wird sie in Kalkutta jeden Tag gebraucht. In New York angekommen, will Theresa mit ihr nicht nur über die Modalitäten der Spende sprechen, sondern nötigt sie auch, an der Hochzeit ihrer Tochter Grace teilzunehmen. Dort wird Isabel klar, dass die Einladung nicht die Laune einer schwerreichen Philanthropin war, sondern ganz andere Gründe hatte. Der 1970 geborene Regisseur und Produzent Bart Freundlich ist seit 2003 mit der zehn Jahre älteren Julianne Moore verheiratet, die als Theresa brilliert. Gemeinsam haben sie das Drehbuch zu diesem emotionalen Drama geschrieben, genauer gesagt umgeschrieben, denn «After the Wedding» ist das Remake von Susanne Biers gleichnamigem Film aus dem Jahr 2006. Freundlich und Moore haben die männlichen – von Mads Mikkelsen und Rolf Lassgård verkörperten – Hauptfiguren des Originals in weibliche verwandelt. Neben der überragenden Präsenz von Oscar-Gewinnerin Julianne Moore («Still Alice») vermag Michelle Williams als Isabel mit souveränem Spiel zu bestehen. Der Katalog des Sundance Film Festivals, an dem «After the Wedding» im Januar seine Weltpremiere erlebte, vermerkt: «Eine spannende und eminent filmische Geschichte von Geheimnissen und sich überschneidenden Lebensläufen. Moore und Williams beherrschen mit ihrem eindrücklichen Spiel jede Szene, verleihen ihr Nuancen und Tiefe. Durch die geschickte Veränderung des Geschlechts von Biers Hauptfiguren bietet Freundlich eine überhöhte Sicht auf das ursprüngliche Melodram und erzählt emotional reich von starken Frauen, Mutterschaft und Schicksal.»